Enneagramm
Wurzeln des EnneagrammsDas Enneagramm ist ein sehr altes spirituelles und gleichzeitig psychologisch sehr fundiertes Modell der Selbsterkenntnis. Seine Herkunft ist unklar. Viele sagen, das Enneagramm sei 2500 v.Chr. in Babylon entstanden, manche schreiben es Pythagoras oder Plato zu. Gurdjieff, ein Weisheitslehrer aus Armenien hat um die Jahrhundertwende im asiatischen Raum Fragmente des Enneagramms entdeckt und dann in Moskau und St. Petersburg gelehrt. Es gibt auch eindeutige Parallelen zu den Transformationslehren der Sufis und der christlichen Mysterienschulen. So finden sich zum Beispiel die sieben Todsünden aus dem Christentum auch als spezifische „Fallen“ in den Enneagramm-Typen wieder. Viele Psychologen beschäftigten sich schon mit dem Enneagramm, darunter etwa Carl Gustav Jung, Helen Palmer, Eli Jaxon-Bear und Richard Rohr.
Das Wort Enneagramm beschreibt bereits seine besondere Form. Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Neun Punkte“. Es ist eine geometrische Form mit neun Spitzen, die alle miteinander verbunden sind. Im Enneagramm können sehr komplexe psychische Konstellationen sehr einfach dargestellt werden.
Das Enneagramm unterscheidet neun Persönlichkeitstypen. Die vier Temperamente, die in der Antike unterschieden wurden, also phlegmatisch, melancholisch, cholerisch und sanguinisch, wurden mit dem Enneagramm deutlich erweitert. Zudem unterscheidet das Enneagramm drei Intelligenzzentren. Je nach unserer Persönlichkeit konzentriert sich unsere Wahrnehmung speziell auf eine Ebene. Manche Menschen sind nach dem Enneagramm eher Kopftypen, andere Herztypen und wieder andere sind die Bauchtypen. Während bei manchen der Verstand ausgeprägt ist, lässt sich ein anderer eher von seinen Emotionen lenken.
Veit Lindau ist bekannt für seine sehr erfahrungsorientierte, tiefgründige und gleichzeitig humorvolle Vermittlung des Enneagramm. Sein Ansatz richtet sich an Menschen, die aufrichtig an Selbsterkenntnis und Bewusstheit interessiert sind. Enneagramm und Selbsterforschung sind keine neuen Glaubenssysteme oder esoterischen Glücksmodelle.
Er unterrichtet das Enneagramm nicht als ein theoretisches Lehrmodell, sondern als einen ernsthaften Weg zur Selbsterkenntnis.
Wenn das Enneagramm in seiner ganzen Tragweite richtig verstanden wird, führt es oft erst einmal zu einem peinlich-schmerzhaften Erwachen aus der alltäglichen Konditionierung. Das Enneagramm, gepaart mit Mitgefühl und Humor ist ein sehr machtvolles Werkzeug des Erwachens. Nur in dem Maße, wie wir die eigene Fixierung und ihre Fallen klar sehen, können wir das Enneagramm als therapeutische Methode für andere Menschen anwenden.
Es geht nicht darum, das Ego zu „optimieren“, sondern radikal zu erkennen, wer wir jenseits unserer Persönlichkeit sind. Unsere Wahrnehmung der Welt und unser Ich-Gefühl werden grundlegend transformiert, wenn wir die ESSENZ unseres Wesens berühren. Keine noch so umfangreiche Psychotherapie kann dies leisten.
